Sammlung / Provenienzforschung

Provenienzforschung // Seit Ende 2011 erforscht die Kunsthalle systematisch die Herkunft aller Gemälde, Skulpturen und Grafiken in ihrem Bestand. Ziel des maßgeblich vom Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste unterstützten Projektes ist es, möglichst lückenlos die Besitzerwechsel aller vor 1946 entstandenen Objekte zu klären. Dadurch sollen während des Nationalsozialismus unrechtmäßig entzogene Kunstwerke identifiziert und ihren früheren Besitzern bzw. deren Erben restituiert werden. Nach Abschluss der Überprüfung des Gemälde- und Skulpturenbestandes besteht bei insgesamt 18 Werken der Verdacht auf NS-Raubkunst.
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Im ersten Projektjahr wurde eine Übersicht über alle Werke der Kunsthalle erstellt, in der die einzelnen Objekte jeweils den Kategorien „unbedenklich“ (Erwerb vor 1933, Entstehung nach 1945, Erwerb vom Künstler), „nicht eindeutig geklärt“ (offene Provenienz zwischen 1933 und 1945, offene Datierung, etc.) und „bedenklich“ (Erwerb aus dem Kunsthandel) zugeordnet wurden. Während erstgenannte Kategorie 3694 und zweitgenannte insgesamt 2253 Kunstwerke umfasst, mussten 613 Inventarnummern als „bedenklich“ eingestuft werden.
Um diese Masse an zu untersuchenden Einzelfällen sinnvoll bearbeiten zu können, lag der Fokus ab dem zweiten Projektjahr ausschließlich auf den Bereichen Malerei und Skulptur. Für die Überprüfung dieser 667 offenen Provenienzen wurde zunächst die systematische Sichtung des Kunsthallenarchivs in Angriff genommen. Durch die anschließende Einzelfallanalyse der bis dato ungeklärten Provenienzen konnte bis zum Ende dieser Teilüberprüfung bei den meisten Objekten eine unbedenkliche Herkunft festgestellt werden (515). Bei 135 Objekten konnte der Verbleib zwischen 1933 und 1945 nicht restlos geklärt werden, ohne dass Hinweise auf NS-Raubkunst festgestellt werden konnten. Bei 17 Kunstwerken kamen schließlich eindeutige Verdachtsmomente auf NS-Raubkunst ans Licht. Wie eine eindeutig belastete Grafik wurden diese möglicherweise belasteten Objekte an die Datenbank von LostArt gemeldet. Alle zu diesen Werken bekannten Fakten sind hier einsehbar.
Im Anschluss an die Überprüfung der Gattungen Malerei und Skulptur unterzieht die Kunsthalle seit August 2015 ihre Graphische Sammlung einer systematischen Überprüfung.

Sehen Sie hier den SWR Beitrag "Verdacht auf NS Raubkunst".

Ansprechpartner:
Dr. Mathias Listl
Provenienzforschung
(0621) 293 6287
mathias.listl@mannheim.de

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