Sammlung / Graphik

Graphische Sammlung // Die Graphische Sammlung der Kunsthalle Mannheim besteht aus zwei Konvoluten: Über 10.000 Blatt umfasst die Sammlung von Zeichnungen, Aquarellen und Druckgraphiken aus dem Zeitraum von 1800 bis heute. Schwerpunkte sind hier die deutsche und französische Graphik des 19. Jahrhunderts sowie Werke von Künstlern des Expressionismus, der Neuen Sachlichkeit, der klassischen Moderne und des Informel. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Bildhauergraphik des 20. Jahrhunderts. Dazu kommt die 23.000 Blätter umfassende Sammlung des Hofgelehrten Anton von Klein mit Druckgraphiken aller europäischen Schulen vom ausgehenden 15. bis zum frühen 19. Jahrhundert.
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Am 11. März 1911, zwei Jahre nach der Eröffnung der Kunsthalle Mannheim, wurde das Graphische Kabinett der Kunsthalle Mannheim mit der Ausstellung „Internationale Graphik des XIX. Jahrhunderts“ feierlich eröffnet. Entsprechend dem Sammlungsaufbau für Malerei und Plastik konzentrierte sich die Sammeltätigkeit für die Graphik zunächst auf die deutsche und französische Kunst des 19. Jahrhunderts. Den Grundstock dafür bildete der Nachlass des Malers und Galeriedirektors Carl Kuntz. 1926 übernahm die Kunsthalle Mannheim die Sammlung des Hofgelehrten Anton von Klein. Dieser Bestand hat den typischen Charakter einer Lehr- und Schausammlung aus der Epoche der Aufklärung. Durch Ankäufe von Blättern Caspar David Friedrichs, John Flaxmanns und Künstlern der Düsseldorfer und Münchner Malerschule wurde die Kunst des frühen 19. Jahrhunderts ein wichtiges Sammelgebiet. Gleichzeitig konzentrierte sich die Ankaufspolitik zunehmend auf zeitgenössische Tendenzen wie den Expressionismus die Neue Sachlichkeit. Von Anfang an wurde auch der zeitgenössischen Bildhauerzeichnung besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Unter den National-
sozialisten wurden 1937 nahezu 500 Einzelblätter sowie 59 Mappenwerke als „entartete Kunst“ beschlagnahmt. Obwohl Teile der beschlagnahmten Objekte gerettet werden konnten, verlor die Kunsthalle wichtige Werke expressionistischer und „neusachlicher“ Künstler. Nach dem Krieg versuchte man, die so entstandenen Lücken durch Ankäufe auszugleichen. Angekauft wurden vor allem Blätter des Informel, der Gruppen COBRA und Zero. Auch heute versucht die Erwerbungspolitik auf die vielfältigen Kunstströmungen der Gegenwart zu reagieren. Als Schwerpunkt werden insbesondere Blätter von Bildhauern gesammelt.

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