Kunsthalle Mannheim – Wir sind eine „Stadt in der Stadt“

5 Fragen an


Die Kunsthalle unterscheidet sich fundamental vom alten Typus des Museums. Die Entwurfsidee des Neubaus spielt auf die historische Stadtstruktur von Mannheim an: sieben „Ausstellungs-Häuser“ gruppieren sich um ein platzähnliches Lichtatrium. Die räumliche Komposition mehrerer Kuben erzeugt durch ihre versetzte Anordnung in Höhe und Breite variationsreiche Räume. Es gibt Ausstellungskuben und Galerien, Gassen, Brücken, Terrassen und einen Dachgarten. Die Dynamiken, Methoden und Muster des Städtischen sind Bestandteile des Museums-Erlebnisses. Die Kunsthalle ist ein weltoffener Ort, der die umliegende Stadt einbindet und sich durch Architektur, Aktivitäten und einen faszinierenden Erlebnismix in sie integriert. Gleichzeitig fließt der urbane Raum hinein in und durch das Museum hindurch. Der Zugang zur Kunst und zu intelligenter Erholung ist unverstellt. Jederzeit findet der Besucher mühelos zu jenen Orten und Themen im Haus, die ihn interessieren – Kunst, Gastronomie, Bar, Shop oder die ruhige Ecke für die Auszeit mitten im quirligen Alltag. Ist die Stadt ein Kulturverdichtungsraum, so ist die (Kunst-) „Stadt in der Stadt“ ein noch einmal verdichteter Kulturverdichtungsraum, ein Konzentrat und Höhepunkt der sie umgebenden Stadt.

5 Fragen an Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim

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Hätte der Neubau Fritz Wichert, dem Gründungsdirektor der Kunsthalle, gefallen?

Ganz klar: Ja! Er wäre begeistert. Denn wir setzen - in moderner Formensprache - eine tolle Kernidee um. Wichert plante einen zentralen Raum unter einer hohen Kuppel, den er „Saal der Stadt“ nannte. Hier sollten sich die Bürger Mannheims mit Freunden zu Gesprächen treffen und zum gemeinsamen Flanieren. Erst von da aus ging es in die Sammlungsräume und Galerien. Wir konzipieren etwas sehr Ähnliches in unserem Neubau.

Zukünftig soll es keinen konventionellen Gänsemarsch der Stile geben. Wie werden Sie stattdessen die Meisterwerke präsentieren?

Wir versuchen, unsere über 100-jährige Sammlung als einen Text zu begreifen, der von jedermann immer wieder neu gelesen und verstanden werden kann. Wir „kitzeln“ aus dem sehr differenzierten Gesamtbestand der Werke – und das sind auch verborgene Schätze aus der Graphischen Sammlung, der Angewandten Kunst und den Depots – allgemeinmenschliche und auch aktuell brisante Themen heraus. So richten wir die verschiedenen „Ausstellungs-Häuser“ unserer „Stadt in der Stadt“ für existentielle Themen wie Erinnern und Vergessen, Flucht und Vertreibung oder Sein und Zeit ein.

Mit welchen Sonderausstellungen werden Sie das Haus eröffnen?

Vor Weihnachten 2017 gehen wir mit der überraschenden Neu-Präsentation unseres Sammlungsschatzes an die Leitung. Gleich im Frühjahr 2018 starten wir dann den ersten Blockbuster auf über 1.000 Quadratmetern: Jeff Wall, einer der bedeutendsten Konzeptphotographen unserer Zeit, Pionier und Klassiker zugleich. Die zweite Sonderausstellung im Neubau wird sich – ganz im Sinne der modernen Industriestadt Mannheim – dem Einfluss der Ökonomie auf die internationale Kunst im frühen 20. und im frühen 21. Jahrhundert widmen. Aus heutiger Krisenperspektive spüren wir der künstlerischen Reflektion von Arbeit und ihrem Verschwinden, den Verhältnissen von Mensch, Maschine, Geld und Gesellschaft nach.

Was bereitet Ihnen persönlich, allen organisatorischen und kuratorischen Herausforderungen zum Trotz, die größte Freude?

Es ist beglückend, an der Verwirklichung einer Vision mitwirken zu dürfen, etwas zu gestalten, das von Dauer und von Wert für die Gesellschaft ist. Ich bin sehr dankbar für die große Unterstützung, die wir aus der Bürgerschaft und von vielen Interessierten erhalten und für die wunderbare Arbeit meines Teams. Alle ziehen an einem Strang in dieser Stadt, das Unmögliche wird möglich.

Warum ist Kunst Ihnen persönlich wichtig?

Wenn ich mir vorstelle, dass in ein Werk ein ganzes Leben einfließt, dass der Künstler alles von sich hineingibt, dann wird es zu einem riesigen Privileg, daran teilhaben zu dürfen. Kunst ist ein Speicher von Zeit, Erfahrung, Zweifeln, Gewissheiten, Glück. Wenn ich da andocke, werde ich um so viel reicher. Darum geht bei mir ohne Kunst nichts.

Wir sind ein "Museum in Bewegung" - entdecken Sie unsere Imagebroschüre.

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Aktuelles

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  • Besondere Außenbeleuchtung für die neue Kunsthalle

    Die neue Kunsthalle wird ein filigranes Mesh umhüllen, eine schimmernde durchlässige Metallhaut. Damit dieses richtig zur Geltung kommt, wird ein maßgeschneidertes Lichtkonzept geplant. Das Mesh wird von unten her angestrahlt. Dafür wird rund um die Kunsthalle etwa alle 2,20 Meter eine LED-Leuchte in den Boden eingelassen. Ein erster Test hat gezeigt, dass die eingeplanten Lampen die gesamte Fassadenhöhe von gut 21 Metern erhellen können. An der oberen Gebäudekante geht die Beleuchtung dann sanft in den nächtlichen Himmel über. „Es hat funktioniert und wir waren alle total begeistert", schwärmt Dr. Ulrike Lorenz über die geplante neue Außenbeleuchtung.

    Außenbeleuchtung Test

2016

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Der Neubaukomplex ist eingerüstet

Erste Fenster werden eingesetzt und Faserzementplatten auf die Betonwände als Wärmedämmung angebracht. Die Arbeiter montieren auch die Pfosten-Riegel-Fassade als Unterkonstruktion für die spätere Mesh-Fassade. Als „Stadt in der Stadt“ versteht sich der Neubau mit seinen rechteckigen und kubischen Formen als gebaute Hommage an die barocke Quadratur Mannheims. Die einzeln stehenden sieben Beton-Kuben werden später mit einer transluzenten metallenen Fassaden-Hülle umfangen, dem sogenannten Mesh. Das filigrane Drahtgeflecht wird nach der Frostperiode voraussichtlich im März 2017 installiert. Wir danken Herrn Peter W. Ragge vom Mannheimer Morgen für den Bericht zum aktuellen Baugeschehen.

Webcam Kunsthalle Mannheim

NEWS VOM 04.07.2016 Die Rohbauarbeiten im Neubau sind abgeschlossen

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Die Rohbauarbeiten im Neubau am Friedrichsplatz sind abgeschlossen

Die Kunsthalle Mannheim feierte am 01. Juli 2016 Richtfest
 
„Vernehmt den Spruch aus luftiger Höh‘/ allwo nach altem Brauch ich steh‘./ Der Richtspruch stammt schon aus des Mittelalters Zeit/ und entstand aus den Zünften der Handwerksleut“, intonierte Reiner Pfeffer am Freitag, 01. Juli 2016 (um 12 Uhr). Der Polier stand auf der Kunstvermittlungs-Terrasse des Rohbaus der Neuen Kunsthalle Mannheim. Nach der Grundsteinlegung im März 2015 ist mit dem Richtfest ein weiterer, bedeutender Meilenstein des Bauprojekts erreicht worden.
 
Mit dem traditionellen Richtspruch feierte der Polier der Baustelle zusammen mit der Stiftung Kunsthalle Mannheim die Arbeit der beteiligten Architekten, Fachplaner, bauausführenden Firmen, Handwerker und Projektsteuerer und bat um Schutz und Segen für „Bauwerk und Gäste“. Danach wurde die große Richtkrone auf luftige 25 Meter Höhe über den Rohbau hinaufgezogen. Die rund 250 geladenen Besucher, zu denen neben Projektbeteiligten und Kommunalpolitikern auch Vertreter der Presse gehörten, konnten anschließend den Fortschritt des Bauvorhabens begutachten und einen Blick ins zukünftige, 700 m² große Tageslicht-Atrium werfen.

Kunsthalle Mannheim Richtfest c Diehl

NEWS VOM 14.06.2016 Jahrespressekonferenz Stiftung Kunsthalle Mannheim

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Jahrespressekonferenz Stiftung Kunsthalle Mannheim

Eine Vision erwacht zum Leben: Der Rohbau der Kunsthalle Mannheim hat seinen höchsten Punkt erreicht. Die architektonische Idee der Museumsstadt in der Stadt wird weithin sichtbar. Ein guter Zeitpunkt für die Bauherrin Stiftung Kunsthalle Mannheim, über das aktuelle Baugeschehen zu informieren und den Blick nach vorn zu richten.

Aktuelles Baugeschehen
Die Rohbauphase geht planmäßig ihrem Ende entgegen: An allen äußeren Rändern hat der Rohbau seine maximale Höhe von 21,50 Metern erreicht. Rund 10.500 Kubikmeter Beton und 2.000 Tonnen Stahl wurden verbaut. Das Richtfest wird am 1. Juli 2016 gefeiert. Die Stiftung ist mit der hohen Qualität der Betonverarbeitung zufrieden. An den Rohbaukonturen der Kunsthalle wird zusehends die Entwurfsidee – „Stadt in der Stadt“ – erkennbar. Mit diesem bildhaften Motiv, das an die Lebenserfahrung aller anknüpft, wirbt die Kunsthalle in ihrer Neubau-Kommunikation ab Mitte 2016. Sie gestaltet sich selbst als ein für alle Bürgerinnen und Bürger offenes Museum mitten in Mannheim mit vielfältigen Erlebnis-Angeboten, in dem man träumen, schlendern, einkaufen, essen, Kunst betrachten und auf den Friedrichsplatz blicken kann.

Neubau-Budget
Anlässlich der Jahrespressekonferenz der Stiftung Kunsthalle Mannheim verkündet als Überraschungsgast der großartige Neubau-Mäzen Dr. h.c. Hans-Werner Hector, der als Mitglied des Stiftungsrats den Bauprozess von Anbeginn begleitet, eine Sensation. Seine H.W. & J. Hector Stiftung wird mit einem neuen Zehnjahresvertrag das wissenschaftliche und künstlerische Programm der Kunsthalle Mannheim ab 2018 weiterhin mit einem jährlichen Betrag von 400.000 € unterstützen. Insgesamt stehen somit 4 Mio. € für die Programmarbeit bis 2027 zur Verfügung.


Museumsbetrieb
Eine wichtige Information für das Kunsthallenpublikum ist mit dem Baufortschritt 2017 verbunden. Am 08.01.2017 schließt die letzte Sonderausstellung der Brückenzeit zu Fritz Schwegler und die Sammlungspräsentation ARCHE. Die Kunsthalle Mannheim verlagert ihre Aktivitäten in dieser Zeit ins Netz und lädt zu einer neuen Veranstaltungsreihe namens "Stadtgespräch" ein. Im Jugendstilbau wird der technisch-bauliche Anschluss an den Neubau realisiert. Darüber hinaus müssen die verbleibenden Mängel aus der Generalsanierung beseitigt und die digitale Aufrüstung der historischen Räume durchgeführt werden. Zudem dient die ca. elfmonatige Schließzeit der Kunsthalle Mannheim der Realisierung von Restaurierungsarbeiten an Kunstwerken der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die für die Präsentation im Neubau vorbereitet werden.

2015

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Baugespräch Herbst 2015

Der Neubau der Kunsthalle Mannheim verläuft planmäßig. Man kann derzeit dabei zusehen, wie der Rohbau in die Höhe wächst. „Nach wie vor liegen die Kosten der Arbeiten am Neubau im Budget“, erklärt Hanno Diehl, Bauvorstand der Stiftung Kunsthalle Mannheim. Bisher sind 72 Prozent der Vergaben für die Baugewerke unter Dach und Fach. Die nächsten Meilensteine beim Rohbau sind im April 2016 die Fertigstellung des Rohbaus und das Richtfest am 01. Juli 2016, wenn das Dach abgedichtet ist. Voraussichtlich im September 2016 steht dann das wetterfeste Gebäude, die geschlossene Fassade (noch ohne Metallgewebe) ist fertig.



Der Innenausbau beginnt Anfang 2016 mit etwa drei Monaten Verzögerung. Zum einen konnte der Abriss aufgrund von Landtagspetitionen erst verspätet starten. Zum anderen dauerte die Vorbereitung der Baugrube länger, da der Weltkriegsbunker Planer und Bauarbeiter mit einer zweiten Bodenplatte überraschte. Nach bisherigen Erkenntnissen bleiben die Verzögerungen aber ohne Auswirkung auf den Fertigstellungstermin des Neubaus der Kunsthalle Mannheim Mitte 2017 und auf die Eröffnung des Kunstmuseums am Friedrichsplatz. Sie wird – nach dem Rückzug der Sammlung und der Einrichtung der Ausstellungen – planmäßig Ende 2017 stattfinden. Die größte Zeitersparnis erhofft man sich durch parallele Arbeitsschritte auf der Baustelle. So beginnt beispielsweise die Fassadenerstellung Anfang 2016 bereits zeitgleich zur Fertigstellung des Rohbaus. Das Aufmaß der Fassadenfirma folgt geschossweise den Rohbauarbeiten.



Geplant ist, das Gebäude nach Fertigstellung des Rohbaus im April 2016 sehr schnell wetterfest zu machen, damit der Innenausbau beginnen kann. Eine so genannte „Pfosten-Riegel-Fassade“ mit Fenstern schließt die „Löcher“ des Rohbaus an allen Seiten ab. Die Installation der Heizungsrohre im Untergeschoss beginnt noch bevor Anfang 2016 das Dach geschlossen wird. Dasselbe gilt für die Gewerke Lüftung und Sanitär. Bis März 2016 wird der Bauvorgang daher noch sehr viel komplexer, weil eine Vielzahl von Firmen parallel arbeiten und gesteuert werden muss.

NEWS VOM 26.08.2015 Ein Jahr nach Beginn der Abrissarbeiten

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Ein Jahr nach Beginn der Abrissarbeiten

Eine kleine Bewegung für den Bagger, eine große Bewegung für die Mannheimer Museumslandschaft: Vor einem Jahr, am 26. August 2014, „biss“ ein 49-Tonnen schwerer Longfront-Bagger das erste Mal in den Mitzlaff-Bau ‒ die heiße Phase des Abbruchs war eingeläutet. Ein Jahr später ist von dem Bagger mit Abbruchschere und dem Ausstellungshaus aus den 1980er Jahren nichts mehr zu sehen: Ca. 35.000 Tonnen Bauschutt und 30.000 Tonnen Erdreich wurden abgefahren und haben Platz gemacht für den Rohbau des neuen Gebäudes, der bereits das Erdgeschoss erreicht.

So wurden an der Roonstraße bereits Schalbretter für das erste Teilstück der Kellerdecke angebracht, das nun zügig gegossen wird. An der Tattersallstraße arbeiten die Bauarbeiter hingegen noch eine Etage tiefer: Dort wird bis zum Monatsende die 4.000 Quadratmeter große Bodenplatte fertiggestellt, die gleichzeitig als Fundament dient.

Durch das verschränkte Arbeiten, also die gleichzeitige Erledigung unterschiedlicher Arbeitsschritte auf dem Baufeld, werden bereits im September an der Ecke Roonstraße / Friedrichsplatz die ersten Wände des Erdgeschosses über den Bauzaun ragen. Im Oktober soll dann die Kellerdecke das gesamte Untergeschoss bedecken ‒ zumindest fast. Denn im zukünftigen Eingangsbereich des Neubaus am Friedrichsplatz bleibt eine Aussparung für den 60 Meter hohen, roten Kran. Sie wird erst am Ende der Rohbauarbeiten, im Jahr 2016 geschlossen werden, wenn der Kran abgebaut ist.

NEWS VOM 04.08.2015 Erste Wände wachsen

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Erste Wände wachsen

Es geht vorwärts auf der Baustelle des Neubaus. Nach einer scheinbaren Ruhephase, in welcher der Untergrund für den Neubau der Kunsthalle ertüchtigt wurde, geht es jetzt auf der Baustelle deutlich sichtbar voran. Knapp die Hälfte der insgesamt 2300 Quadratmeter großen Bodenplatte ist betoniert und die ersten Wände werden hochgezogen.

Rund 35 Bauarbeiter bereiten derzeit das Eisenflechtwerk für die Wände vor, bringen Schalwände in Stellung oder gießen den Flüssigbeton für die Bodenplatte aus. Dabei wird verschränkt gearbeitet: Während an der Westseite des Geländes, zur Tattersallstraße hin, noch am Fundament gearbeitet wird, ist an der östlichen Roonstraße bereits das Untergeschoss zu erkennen. Für den nötigen Nachschub sorgen derzeit zwei Baukräne auf dem Gelände. Der eine 46 Metern hoch, der andere 60 Meter ‒ unter seinem Arm hätte sogar der benachbarte Wasserturm Platz. Durch ihr genau abgestimmtes Zusammenspiel ermöglichen sie die parallelen Arbeiten auf der Baustelle und helfen so, sieben bis acht Wochen im Bauablauf wieder aufzuholen. Denn dieser Rückstand entstand durch Verzögerungen beim Abbruch des Bunkers.

NEWS VOM 23.03.2015 Grundsteinlegung des Neubaus

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Grundsteinlegung des Neubaus

Der Grundstein ist gelegt 63 Zentimeter Länge, 15 Zentimeter Durchmesser und jede Menge Symbolkraft – das sind die Dimensionen der Zeitkapsel für den Neubau der Kunsthalle Mannheim, die Minister Nils Schmid am 23. März 2015 gemeinsam mit dem Bauherrn und Vorsitzenden der Stiftung Kunsthalle Mannheim, Dr. Manfred Fuchs, dem Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, Dr. Peter Kurz und den Chefarchitekten Meinhard von Gerkan und Nikolaus Goetze im Grundstein versenkte. Neben dem grundlegenden Strategiepapier der Kunsthalle, der aktuellen Ausgabe des Mannheimer Morgens und einigen Euro-Münzen, wurden in die Kupferbulle auch Exemplare der wichtigsten Dokumente zum Neubau eingeschlossen.



Als „Kunst- und Kulturmetropole par excellence“ hat Nils Schmid, Finanz- und Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg, die Stadt Mannheim in seiner Rede bezeichnet. Oberbürgermeister Peter Kurz verwies auf die historische Dimension des Neubaus für die über 100 Jahre alte Kunsthalle Mannheim: „Nicht die Stadt, die Gesellschaft Mannheims baut hier in beispielhaftem Schulterschluss von privatem Mäzenatentum und öffentlicher Hand einen faszinierenden Ort für die Kunst und die Begegnung von Menschen. Wir können damit auch künftigen Generationen in würdiger Weise den Kunstschatz überliefern, den unsere Vorfahren mit Weitsicht, Finanzkraft und Glück erworben haben.“ Der momentane „Hausherr“ der Baustelle, Stiftungsratsvorsitzender Dr. Manfred Fuchs, sprach von einem „großen Tag für Mannheim, für die Metropolregion Rhein-Neckar, für die europäische Museumslandschaft und für die Kunst! Die Stiftung wünscht als Bauherr allen an diesem großen Vorhaben Beteiligten Erfolg. Möge es den "Bauleuten" gelingen, den Museumsbau in perfekter Qualität, in Termintreue, in budgetärer Disziplin und unfallfrei zu erstellen!“ Dipl.-Ing. Nikolaus Goetze, Partner im Architekturbüro von Gerkan, Marg und Partner, sprach über die architektonische Herausforderung: „Nicht nur, dass Museums-Neubauten derzeit absolute Ausnahmen sind, für uns ist die Mannheimer Kunsthalle auch das erste Museum dieses Ausmaßes in Deutschland.

Die Komplexität der Bauaufgabe, die Auseinandersetzung mit dem Ort und seiner Geschichte und die Beschäftigung mit ihrer Kunst sowie der intensive Dialog mit den Künstlern macht die Mannheimer Kunsthalle für uns zu einem der derzeit anspruchsvollsten Projekte überhaupt.“ Im Anschluss an den offiziellen Teil feierten die Projektbeteiligten zusammen mit Mitgliedern des Gemeinderats und des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim sowie den Anwohnern den gelungenen Startschuss für den Rohbau mit einer kräftigen Kelle aus der Gulaschkanone.

NEWS VOM 21.01.2015 54 Tonnen setzen Kunsthalle unter Strom

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54 Tonnen setzen Kunsthalle unter Strom

Der erste reale Bau(fort)schritt in Richtung Neubau ist getan. Der Abriss des Tiefbunkers ist zwar in den letzten Zügen, aber am 21.01.2015 kam bereits die erste Lieferung für den Neubau der Kunsthalle Mannheim in der Tattersallstraße an: Die Kompaktstation zur Stromversorgung, an der der Hausbetrieb inklusive IT- und Klimatechnik hängt. Der 54 Tonnen schwere, schwarze Quader ist das neue elektrische Herzstück der Kunsthalle. In ihm werden in Zukunft zwei Transformatoren dafür sorgen, dass Jugendstil- und Neubau immer unter Strom stehen.

Die Funktion der Kompaktstation wird die gleiche wie bei einem kleinen Trafohäuschen am Straßenrand in einer Wohnsiedlung sein: Der ankommende Strom der MVV-Energie wird von 24.000 Volt auf 400 Volt umgespannt und in die Gebäudeteile der Kunsthalle geschickt. Dort kann er als Starkstrom abgenommen werden oder durch weitere Verteiler auf 230V für Standard-Steckdosen abgesenkt werden.



Nötig wird das eigene Trafohäuschen aufgrund des hohen Stromverbrauchs der Kunsthalle für Beleuchtungs- und Sicherheitstechnik. Sobald die Kompaktstation mit den Anschlüssen verbunden ist, wird die Station sofort ihre Arbeit aufnehmen und den Jugendstilbau und die darin laufenden Ausstellungen mit Strom versorgen. Für den Besucher ist sie komplett unsichtbar: Als so genannte Unterflur-Trafostation wird sie vollständig im Boden versenkt.

2014

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Übergabe der Baugenehmigung

Baubürgermeister Lothar Quast übergab am 23. Dezember 2014 die Baugenehmigung der Stadt Mannheim in Form eines stattlichen Aktenordners an den Vorstand der Stiftung Kunsthalle Mannheim. Dem Bauantrag, der aus dem Zusammenschluss der Stiftung und der Kunsthalle eingereicht wurde, wird damit nach mehreren Abstimmungsterminen stattgegeben. Bei diesen Treffen konnte erreicht werden, dass die Anbindung vom Neubau an den Jugendstilbau behindertengerecht ausgestattet und auch den Anforderungen des Denkmalschutzes gerecht wird. Jetzt kann mit dem Neubau der Kunsthalle auf der Fläche des ehemaligen Mitzlaff-Baus begonnen werden.

„Für mich als Baubürgermeister ist es eine besondere Freude“, so Lothar Quast, „dass ich heute die Baugenehmigung für ein herausragendes Bauwerk an die Stiftung Kunsthalle Mannheim übergeben kann.“ Quast zeigte sich zudem beeindruckt vom Fortschreiten der Rückbaumaßnahmen. „Nach dem endgültigen Abriss des massiven Bunkers, der sich im vollen Gange befindet, können auf einem frischen Fundament die neuen Ideen in die Realität umgesetzt werden. Die Grundsteinlegung ist für Ende März 2015 vorgesehen“, so Quast zum weiteren Ablauf der Maßnahme. Durch die Unterstützung des Baustellenmanagements hat das Abbruchunternehmen gleich auf erste Anwohnerreaktionen zu Lärmfragen reagiert und die neueste Meißeltechnik, die es derzeit in Deutschland gibt, eingesetzt.

Zudem konnte erzielt werden, dass über die Weihnachtstage und zum Jahreswechsel die Baustelle ruhen wird. Zwischen dem 24. Dezember und dem 1. Januar 2015 wird es auf der Baustelle keine Bautätigkeiten geben. Zusätzlich zur Ruhe zwischen den Jahren, wird auch am Montag, 5. Januar 2015 nicht gearbeitet.



„Für ihre Geduld und ihr Verständnis für die Belastungen aus dem Baubetrieb danke ich ihnen sehr. Wir scheuen keine Bemühungen, um die Belastungen insbesondere für die Anwohner so gering wie möglich zu halten. Hierzu haben der Austausch der Abbruchwerkzeuge und die Bauruhe einen großen Teil beigetragen“, so der Baubürgermeister zu den durchgesetzten Maßnahmen.

NEWS VOM 11.11.2014 Hydraulikmeißel bricht massive Bunkermauern auf

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Hydraulikmeißel bricht massive Bunkermauern auf

Heute durchbohrte der Abbruchbagger mit dem Meißel die Bunkerdecke unter dem ehemaligen Mitzlaff-Bau. 2,50 Meter dicke Mauern wurden so zum ersten Mal nach über 30 Jahren wieder sichtbar. Damit startete die letzte Phase des Abbruchs im Kunsthallen-Areal jenseits des denkmalgeschützten Jugendstilbaus, der weiterhin geöffnet bleibt. Auf der anderen Seite schafft die Stiftung Kunsthalle Mannheim Platz für den Neubau, der die gravierenden konservatorischen, klima- und sicherheitstechnischen Probleme ebenso lösen, wie neueste Forderungen an Brandschutz, Barrierefreiheit und Besucherorientierung erfüllen wird.

In den Kriegsbunker, der ab 2000 als Kunstdepot diente, drang Wasser ein – für Kunstwerke von unschätzbaren Wert ein unhaltbarer Zustand und für die Kunsthalle Mannheim ein unkalkulierbares Risiko. Deshalb wurde abgedichtet und verdämmt, doch es half alles nichts: Das Wasser trat immer wieder neu zum Vorschein. Die Ursachen sind bis heute ungeklärt und werden auf eine bauliche Besonderheit zurückgeführt.

Denn der Tiefbunker wurde im dritten Jahr des Zweiten Weltkriegs auf dem Gelände nördlich des Jugendstilbaus u-förmig angelegt. Bei der Planung des Mitzlaff-Baus entschied man sich Anfang der 1980er Jahre aus Kostengründen, das massive Bauwerk im Erdreich zu belassen und den Erweiterungsbau der Kunsthalle darüber zu setzen. Dabei überbaute man die Schutzräume nur zu etwa 40 Prozent und gründete den damaligen Neubau auf Betonpfeiler, mit denen man den Bunker durchbohrte. Der Mitzlaff-Bau wurde zum Pfahlbau.

Diese Maßnahme störte das bauphysikalische Gleichgewicht der Bunkeranlage empfindlich, wie Haarrisse im gesamten Bauwerk zeigten. Und wischen Bunker und Ausstellungshaus entstand so ein Hohlraum von bis zu 20 Zentimetern Höhe. Vermutlich konnte sich dort über die Jahre Wasser sammeln, das dann unkontrolliert in die Kunstdepots im Inneren des Bunkers gelangte.



Aus diesem Grund spielte der Tiefbunker eine entscheidende Rolle im mehrjährigen Diskussions-prozess um Neubau oder Generalsanierung des Gebäudes am Friedrichsplatz. Vor allem aufgrund der horrenden Kosten der Bunkersanierung, entschied sich der Mannheimer Gemeinderat im Juli 2011 für einen Neubau und den dafür erforderlichen Abriss des Mitzlaff-Baus. Dieser wird bis 2017 mit Hilfe einer 50-Millionen-Euro-Spende von Josephine und Dr. h.c. Hans-Werner Hector sowie einem Beitrag der Stadt Mannheim von 10 Millionen Euro realisiert.

NEWS VOM 26.08.2014 49 Tonnen in Aktion

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49 Tonnen in Aktion

Der Rückbau des Mitzlaff- Baus schreitet zügig voran. Gut zwei Wochen nach Baustelleneinrichtung beisst sich ab heute ein fast fünfzig Tonnen schwerer Longfront-Bagger in die Fassade des nördlichen Anbaus der Kunsthalle Mannheim: Die heiße Phase des Abbruchs ist eingeleitet. Während der große Abbruchbagger mit einer Arbeitshöhe von 21 Metern und einer Reichweite von 13 Metern auf der Ostseite des Gebäudes die Fassade abbricht wird die westlich gelegene Seite im Inneren entkernt.

Jeder Schritt des Rückbaus beginnt zunächst im Osten des ehemaligen Ausstellungshauses, wird dann im Westen fortgeführt und in der Mitte des Gebäudes beendet. Mit dieser Vorgehensweise wird während des gesamten Abbruchs die inhärente Baustatik des Gebäudes genutzt. Abbruchmaterialien und Bauabfälle werden noch vor Ort in Container ökologisch sortiert und nach Möglichkeit der Wiederverwertung zugeführt.

Lärmbelästigungen lassen sich zwar leider nicht vermeiden, werden aber so minimal wie möglich gehalten. So wird es beim Rückbau keinerlei Sprengungen geben. Denn die Gebäudeteile werden mit der Zangen- und Meißelmethode abgerissen. Zudem wird mit einer Arbeitszeit von 7 bis 18 Uhr das Schlafbedürfnis der Anwohner respektiert. Samstags – der sechste Werktag jeder Woche – wird gearbeitet, jedoch auf lärmintensive Arbeiten verzichtet.



Ab Mitte September wird im Außenbereich die Tiefbunker-Decke sichtbar werden, auf der das Gebäude errichtet wurde. Der unterirdische Rückbau ist bis Ende des Jahres geplant. Dann beginnt für die Kunsthalle ein neues Kapitel in ihrer Geschichte: Voraussichtlich Ende Januar wird in feierlichem Rahmen der Grundstein für den Neubau der Kunsthalle Mannheim gelegt.

NEWS VOM 11.08.2014 Beginn der Abrissarbeiten

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Beginn der Abrissarbeiten

Am 11. August startet der Bauprozess am Friedrichsplatz. Nachdem das Regierungspräsidium Karlsruhe am 29. Juli 2014 die Genehmigung für den Abbruch von Mitzlaff-Bau und Tiefbunker sowie den Teilabbruch des Athenetrakts der Kunsthalle Mannheim erteilt hat, stellt die beauftragte Firma Schleith GmbH im ersten Schritt den Bauzaun an den Grundstücksgrenzen auf. Der Zugang zum Jugendstilbau und den aktuellen Ausstellungen ist ohne Beeinträchtigungen gewährleistet.

Der geschlossene, ca. 2 Meter hohe Zaun umschließt auf 250 Meter Länge den gesamten nördlichen Anbau der Kunsthalle Mannheim. Er besteht aus Holzpanelen, die modulweise aufgestellt und durch schwere Betonfüße stabilisiert werden. Sobald der Zaun steht, beginnen der Erdaushub bis auf die Betondecke des Tiefbunkers sowie die Entkernungsarbeiten im Inneren des Mitzlaff-Baus. Die Abbrucharbeiten werden spätestens zum 31.12.2014 beendet sein. Während die Ausführungsplanung im Januar 2015 zum Abschluss gebracht wird, beginnt die ca. einjährige Phase des Rohbaus.

NEWS VOM 08.07.2014 Der Abriss rückt näher

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Der Abriss rückt näher

Nach dem Auszug der Sammlungen kommt nun der nächste Schritt – der Rückbau des Mitzlaff-Baus. Voraussichtlich von Anfang August bis Ende Dezember 2014 wird er dauern. Hunderte Tonnen von Material werden in dieser Zeit abgetragen. Beeinträchtigungen für Anwohner und Besucher der Kunsthalle Mannheim lassen sich bei einem solchen Vorhaben nicht vermeiden, sie sollen aber so gering wie möglich ausfallen. Den Rückbau wird die Schleith GmbH ausführen – eine Firma, die bereits mehrere Bauprojekte in Mannheim betreut hat und sich mit der städtischen Situation am Friedrichsplatz bestens auskennt.

Um den gesamten Mitzlaff-Bau wird zunächst einen Bauzaun aus Holspanelen errichtet. Er wird zwei Meter hoch sein und auf der Grundstücksgrenze zwischen Bürgersteig und Grünflächen verlaufen. Der Zaun endet an der Roon- und Tattersallstraße am Jugendstil- gebäude. Somit wird gewährleistet, dass die Besucher die Ausstellungen der Kunsthalle Mannheim jederzeit über das Löwenportal in der Moltkestraße betreten können. Zur Baustelle wird es drei Zufahrten geben: Eine am Friedrichsplatz und jeweils eine in der Roon- und in der Tattersallstraße. Eine Sperrung der Straßen und Gehwege ist nicht vorgesehen. Lediglich für Sondermaßnahmen sind Tagessperrungen von Teilflächen möglich. Die bestehenden Parkplätze in der Roon- und Tattersallstraße bleiben bis auf eine Rangierfläche für zu- und abfahrende Lastwagen erhalten. Der Abbruch wird mit wenigen Großgeräten mittels Zangen- und Meißelmethode vorangetrieben. Diese Methode gilt dank ihrer niedrigen Schlagfrequenzen als besonders erschütterungsarm. Dies ist schon aus Sicherheitsgründen für den fortlaufenden Museumsbetrieb im Jugendstilgebäude zwingend erforderlich.



Sprengungen wird es keine geben. Damit Nachbarn und Anwohner auch weiterhin ruhig schlafen können, wurde die Arbeitszeit während des Rückbaus von Montag bis Samstag auf 7 bis 18 Uhr festgelegt, wobei samstags grundsätzlich weniger lärmintensive Arbeiten ausgeführt werden. Auftretender Staub wird durch eine Wasserberieselung und durch Wasserspritzen gebunden. Der Baumbestand auf dem Areal der Kunsthalle Mannheim wird nahezu komplett erhalten. Lediglich zwei bereits erkrankte Bäume werden gefällt. An dieser Stelle wird die Kompaktstation zur Stromversorgung der Kunsthalle Mannheim im Boden versenkt.

NEWS VOM 03.03.2014 Heiße Phase: Auszug der Sammlungen

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Heiße Phase: Auszug der Sammlungen

Während Tausende Besucher durch den sanierten Jugendstilbau und die Blockbuster-Schau „Dix/Beckmann: Mythos Welt“ flanieren, herrscht hinter Feuerschutz- und Sicherheitstüren im Mitzlaff-Bau und Tiefbunker eine angespannte Arbeitsatmosphäre. Hier verpackt ein sechsköpfiges Team aus Restauratoren und Helfern seit der Abschiedsausstellung NUR SKULPTUR! dreidimensionale Kunstwerke, tonnenschwer und federleicht, raumgroß und winzig klein. Die Sammlung der Kunsthalle Mannheim mit rund 1200 Gemälden, 700 Skulpturen und 100 gerahmten Grafiken wird vor dem Abriss der Gebäude in Sicherheit gebracht.

Die gute Nachricht zuerst: 240 Spitzenwerke finden in der Sammlungspräsentation ARCHE eine neue Heimstatt während der Bauzeit. Um Manets Schlüsselbild „Die Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko" spannt sich der Bogen von der Romantik über die Epoche der Moderne bis zu Francis Bacons „Schreienden Papst". Dabei zeigen sich 92 Gemälde im frisch restaurierten Zustand – vielen BildPaten und Förderern, aber auch der Stadt Mannheim sei Dank! Eingerichtet wird die ARCHE in der Bel Etage des Jugendstilbaus mit ihren acht atemberaubenden Tageslichträumen. Die Eröffnung ist am 17. April 2014 (Gründonnerstag).

Der Großteil der Sammlung jedoch, unter dem Gesichtspunkt der Kostendisziplin in drei Kategorien sortiert, verlässt den durch Wassereinbrüche gefährdeten Tiefbunker wie auch die abgenutzten Räume des Mitzlaff-Baus und wird bis zur Fertigstellung des Neubaus an verschiedenen Orten ausgelagert. Eine extreme logistische und organisatorische Herausforderung für das gesamte Kunsthallenteam. Nicht nur Wissenschaftler und Restauratoren sind in die Vorbereitung seit 2012 eingespannt, sondern auch Registrarin, Fotograf und Sicherheitsbeauftragter.

Nachhaltiger Nebeneffekt dabei ist: Das für ein Museum existentielle, jedoch nach außen hin unsichtbare Aufgabenfeld „Sammlungsverwaltung" erreicht mit dem fundamentalen Umbruch ein neues Qualitätsniveau. 2017 werden die Bilder und Skulpturen in die neuen maßgeschneiderten Sammlungsräume und das hocheffiziente Depot-Untergeschoss des Neubaus zurückkehren. Der Kunstschatz der Stadt Mannheim ist damit dauerhaft gerettet.




NEWS VOM 28.01.2014 Die Publikation zum Wettbewerb

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Die Publikation zum Wettbewerb

Aus dem internationalen Architekturwettbewerb zum Neubau der Kunsthalle Mannheim ging Ende 2012 der überarbeitete Entwurf von gmp als Sieger hervor. Als umfassende Dokumentation des Wettbewerbs und eines interdisziplinären Symposiums über Museumsarchitektur, das anlässlich der Preisträgerausstellung im Oktober 2012 stattfand, ist nun ein Kunst- und Architekturbuch der Extraklasse im Kehrer-Verlag Heidelberg erschienen.

29 Architekturbüros aus aller Welt nahmen 2012 am Wettbewerb zum Neubau der Kunsthalle Mannheim teil. Als "Spiegel der derzeitigen Architekturentwicklungen der Welt" bewertete der Vorsitzende des Preisgerichts die Qualität der eingereichten Entwürfe. Die Publikation präsentiert auf 160 Seiten mit über 200 Farbabbildungen der originalen Pläne die vielseitigen Ideen der Architekten und liefert damit den Status quo gegenwärtiger Museumsarchitektur.

Der Siegerentwurf des Hamburger Architekturbüros gmp (Gerkan, Marg und Partner) überzeugt mit einem zeichenhaften Auftritt, einem atemberaubenden Raumerlebnis sowie intelligenter Funktionsqualität. Bis 2017 wird ein "Schatzhaus" für die Mannheimer Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst im Herzen Mannheims entstehen.

Die hochkomplexe Bauaufgabe Museum ist eine Königsdisziplin, die auch von museologischer Seite mit Nachdruck untersucht wird. In neun Textbeiträgen fragen Ausstellungsmacher, Museumsplaner, Kunsthistoriker und Architekturkritiker, was es heißt, neue Räume für Kunst zu denken.

Herausgegeben von Ulrike Lorenz Texte von Dieter Bogner, Markus Brüderlin, Pablo von Frankenberg, Gert Kähler, Gottfried Knapp, Ulrike Lorenz, Luise Reitstätter, Angelika Schnell, Anne Vieth ISBN 978-3-86828-461-4 Euro 29,90 (erhältlich im Museumsshop an der Moltkestraße)

NEWS VOM 28.01.2014 Abschluss der Vorentwurfsplanung

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Abschluss der Vorentwurfsplanung

Fristgerecht lieferte gmp am 25. November 2013 zwei dicke Aktenordner mit der Vorentwurfsplanung bei Bauvorstand und Projektsteuerer ab. Nach Prüfung und Kostencontrolling gab der Stiftungsrat am 18. Dezember die Planung frei. Am 28. Januar 2014 stellte die Stiftung die Ergebnisse der Öffentlichkeit vor. In der Vorentwurfsplanung wurde der Wettbewerbsentwurf überarbeitet und optimiert. Dabei wurden Verbesserungen in den funktionalen Zusammenhängen sowie der denkmalgerechten Anbindung an den Jugendstilbau erreicht.

Die Vorentwurfsplanung beinhaltet u.a.: Die vollständige Überarbeitung des Untergeschosses mit den Depot- und Technikflächen und die Einführung eines Split-Levels für maximale Nutzungseffizienz /// Neuplanung des Untergeschosses Athene-Trakt mit Schreinerwerkstatt und technischer Anlieferung /// Optimierung der Kunstanlieferungszone im Erdgeschoss und der Verkehrsinfrastruktur für Kunst im gesamten Gebäudekomplex (z.B. durch einen zweiten Lastenaufzug Kunst) /// Überarbeitung der Besucherservice-Zonen im Erdgeschoss: Verlagerung aller Garderoben und Toiletten in das Erdgeschoss, Verbesserung der Besucherorientierung /// Überarbeitung der inneren Anbindung des Neubaus an den Jugendstilbau über den Athene-Trakt (Treppenanlage, Besucherfahrstuhl) /// Verlagerung des Schaudepots vom Untergeschoss in das 2. OG zur Optimierung von Sicherheitsaspekten und Besucherorientierung /// Optimierung und teilweise Neuplanung des Kunstvermittlungskubus sowie von Werkstatt- und Bürozonen. Entwickelt wurden die Rahmenkonzepte für die kostenintensivsten Themen Tragwerksplanung (Statik und Baukonstruktion), Technische Gebäudeausrüstung (Heizung/ Kühlung, Lüftung und Sanitär) sowie Brandschutz. Weil Planungsprozesses methodisch immer von Innen nach Außen erfolgen, ist das wichtige Thema der Fassade folgerichtig erst seit Dezember 2013 Gegenstand der Entwurfsplanung und wird derzeit unter Einbeziehung der Denkmalpflege vertieft. Das Thema Barrierefreiheit im Jugendstilbau wird unter Einbeziehung des Behindertenbeauftragten der Stadt Mannheim bearbeitet.

Stadt in der Stadt Museum in Bewegung Flanieren Atrium Gasse Mesh Hypertext Digital Manet Pionier Beglückend Produktionsort Permeabel Dritter Ort Laterna Magica
Der Neubau der Kunsthalle Mannheim ist eine „Stadt in der Stadt“. In direkter Nachbarschaft zu den berühmten Innenstadt-„Quadraten“ gruppieren sich um das Lichtatrium sieben frei stehende Ausstellungs-Häuser, die über Gassen, Brücken, Stege und Terrassen miteinander verbunden sind. Der Neubau der Kunsthalle ist ein Mikrokosmos im Makrokosmos.
Die Kunsthalle Mannheim aktiviert ihre Sammlung und stellt im spannenden Raumgefüge neue Werke und Themen in immer wieder überraschenden Konstellationen vor. Das Zusammenspiel von Architektur, Ausstellungen und Künstlerprojekten ergibt einen faszinierenden Begegnungsort zwischen Menschen, Kunstwerken und aktuellen Diskursen. Die Kunsthalle Mannheim setzt Ihre Gäste in Bewegung, physisch, geistig und emotional: sie will anregen und aufregen, begeistern und verzaubern.
Die urbane Architektur der Kunsthalle Mannheim besteht aus virtuos gesetzten und kombinierten Kuben. Je nach Standpunkt des Betrachters eröffnen sich buchstäblich neue Zugänge zur Kunst. Natürlich gibt es thematische Führungen, aber wer lieber unabhängig unterwegs ist, muß keiner vorgeschriebenen Route folgen. Es gibt auch keine bestimmte Lesart für die Kunst. In der neuen Kunsthalle läßt es sich trefflich schlendern und flanieren. Jeder kann das Haus nach seinen Bedürfnissen „benutzen“: essen, einkaufen, online sein, sich vor dem Regen unterstellen, Gesprächspartner finden, oder einfach die abwechslungsreichen Räume der Konzentration und Entschleunigung genießen.
Das 700 qm große Lichtatrium ist das Herzstück des Neubaus. Es ist über den großen Haupteingang am Friedrichplatz frei zugänglich: Ein Möglichkeitsraum, der am Tage fast den Charakter eines städtischen Platzes hat, wo man sich trifft, entlangschlendert oder verweilt. Am Abend kann er zum flexiblen Veranstaltungsort werden – mit Anschluß an die museumseigene Gastronomie und Bar.
Die innovative Entwurfsidee des Neubaus von der Architektensozietät gmp verwendet Grundelemente und Prinzipien der Stadt als Kulturverdichtungsraum. So finden sich zwischen den sieben frei stehenden „Ausstellungs-Häusern“ die gebäudehoch verglasten, mehr als 3,50 breiten „Gassen“. Sie gewähren Ausblick in die umliegenden Straßen und auf den Friedrichplatz.
Den Neubau der Kunsthalle Mannheim umgibt ein schimmernder, transluzenter Screen. Dieses Mesh ist ein Metallgewebe in schimmerndem Bronzeton. Gut einen Meter vor der Fassade gespannt, umfängt es alle Seiten des Neubaus. Als Hülle und Filterzone spielt das Mesh auf das zentrale Thema der Kunsthalle an: die differenzierte Wahrnehmung des sich bewegenden Betrachters als aktiver Part in der Rezeption von Kunst. Gleichzeitig fungiert das elegant-filigrane Metallgewebe als signifikantes Identifikationszeichen der Kunsthalle Mannheim.
Mit ihren digitalen Anwendungen erweitert die Kunsthalle Mannheim Erfahrungs- und Denkräume. Mit einer umfangreichen Verschlagwortung läßt sich die physisch erfahrbare Welt des Museums wie eine Internetseite durchsuchen: Der Ausstellungsraum der Kunsthalle wird zum begehbaren Hyptertext. Ein Schlagwort gibt das nächste und der Ausgang der Reise entwickelt sich ständig fort.
Die Kunsthalle Mannheim verfolgt eine umfassende digitale Strategie, mit der sie innovative Impulse setzt und Produkte und Angebote im Onlinebereich entwickelt. Mit dem Original konkurrieren oder es unter einer Überfülle an Informationen zu ersticken, ist nicht das Ziel Vielmehr soll der Besucher abwechslungsreich, intelligent und innovativ auf seine persönliche Begegnung mit der Kunst vorbereitet werden. Der reale Ausstellungsraum wird um eine virtuelle Ebene erweitert – auch mit originären Arbeiten, die Künstler eigens für die Online-Welt der Kunsthalle entwerfen.
Edouard Manets monumentales Zeitgemälde „Die Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko“ begründete den weltweiten Ruhm der Kunsthalle Mannheim. Es wurde seinerzeit durch Spenden von neun Mannheimer Bürgerinnen und Bürgern für die Sammlung erworben. Weltweit existieren drei Fassungen, die Mannheimer von 1868/69 ist jedoch die größte und finale Version – daher auch die bekannteste. In seiner kritischen Darstellung bricht Manet mit der akademischen Tradition und propagiert eine neue Art der ungeschönten Wahrnehmung der Welt. Damit wird er zum wichtigsten Vorläufer der Moderne. Im Neubau wird das Großformat künftig in einer eigenen Galerie mit jeweils wechselnden Positionen der Moderne oder Gegenwart immer wieder neu inszeniert.
Die Kunsthalle Mannheim ist auch im Kunstdialog ein Pionier. Als der Gründungsdirektor Fritz Wichert 1909 sein Motto „Kunst für alle“ verkündete, war es in den Museen keineswegs üblich, ein breites Publikum an die Kunst heranzuführen. Der demokratische Museumsmacher Wichert entwickelte didaktische Ausstellungen und eine „Akademie für Jedermann“ für die bildungshungrige Arbeiterschaft. Bis heute versteht sich die Kunsthalle Mannheim als ein besonderer Ort der Bildung und intelligenten Erholung – mit spielerischem, dialogischen und experimentellen Zugang.
Kunst – ist das Team der Kunsthalle Mannheim überzeugt – vermittelt eine beglückende Erfahrung. Es bedarf allerdings des Zutun des Besuchers: ob er sich seine eigenen Gedanken macht oder den Austausch in einer dialogischen Führung sucht. Das Team der Kunstvermittlung verkündet keine letzten Wahrheiten über die Kunst; und es belehrt seine Gäste nicht, was richtig oder falsch ist. Viel lieber gönnt sich die Kunsthvermittlung die Freiheit, offen zu denken und diese Offenheit an das Publikum weiterzugeben. Kunst stellt mehr Fragen als sie Antworten gibt.
Die Kunsthalle Mannheim intensiviert künftig die Kooperation mit zeitgenössischen Künstlern. Jüngst haben Thomas Hirschhorn, Michaela Melián und James Turrell Installationen gsechaffen, die auf die räumlichen Bedingungen und die Sammlung direkt Bezug nehmen. Die Kunsthalle wird somit selbst ein Ort der künstlerischen Produktion. Hier können die Besucher am Entstehen neuer Werke teilhaben. Näher an die Kunst, an den Ursprung einer Idee, läßt sich selten kommen.
Der Neubau der Kunsthalle Mannheim hat eine offene Struktur: transparent und durchlässig, mit fließenden Übergängen von Außen nach Innen und umgekehrt. Jedes Element, jeder Baukörper ist für sich erkennbar. Umfangen von einer transluzenten Screen-Fassade gibt viele Blickachsen auf die Stadt, den Wasserturm, den Park und das Jugendstilgebäude. Die Architektur erweist sich als Fortsetzung des sie umgebenden urbanen Raums.
Als Dritter Ort diffundiert die Kunsthalle Mannheim in den Alltag und bietet gleichzeitig die Option, ihn zu transzendieren. Von Außen ist die Kunsthalle zunächst ein ungewöhnlicher, origineller Ort. Innen wird das offene Raumerlebnis „Stadt in der Stadt“ spürbar: ästhetisch, emotional und sozial. Auf dem Weg zum Original wird der vertraute urbane Funktionalismus nach und nach ausgehebelt. Programm und Kunsterfahrung eröffnen Denkräume: kritisch und multiperspektivisch, innovativ und interdisziplinär. Es gibt mehr Fragen als Antworten, es gibt Widerhaken und Widersprüche. Ein (gedanklicher und gefühlter) Frei-Raum tut sich vor dem Werk auf als komplementärer Gegen-Ort zum gewohnten externen (und außerhalb der Kuben liegenden) städtischen Umfeld. In der persönlichen Zwiesprache mit dem Original eröffnen sich Möglichkeiten zu Selbstermächtigung, Reflexion und Transzendenz.
Wenn nach einem langen Tag die Kunsthalle Mannheim am Abend schließt, können die Besucher vor dem Neubau in einen magischen Leuchtkreis einer digitalen Laterna Magica treten. Die interaktive Projektion verbindet Stadt-, Institutions- und Kunstgeschichte. Der Zeitstrahl läßt sich mit einfachen Gesten navigieren, und das Kompassfeld führt zu den vielen Außenskulpturen der Kunsthalle und anderen spannenden Orten in Mannheim.

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Die Stifterkampagne
Wie hoch ist der Neubau der Kunsthalle Mannheim?
60 m
18 m
21,50 m
Direkt Vis à vis der Kunsthalle Mannheim steht der imposante Wasserturm, das Wahrzeichen der Stadt. 1889 fertiggestellt, versorgte der Turm die Quadratestadt 30 Jahre lang mit Trinkwasser. Noch bis zur Jahrtausendwende diente er als Reservoir. 60 m hoch ist der Mannheimer Wasserturm, nicht aber die Kunsthalle. Bitte versuchen Sie es noch einmal.
Mit ihrer vorspringenden und zurückschwingenden Fassade ist der 1907 erbaute Jugendstilflügel der Kunsthalle Mannheim ein außergewöhnlich modernes und plastisches Gebäude. Der Mittelrisalit des Haupteingangs schiebt sich vor auf der Freitreppe des Löwenportals, dahinter ragt die imposante Kuppelhalle auf. In ihrer Mitte steht Constantin Brancusis berühmte Bronzeplastik „Großer Fisch“, darüber strahlt die aus 35 sternförmigen Modulen bestehende Lichtskulptur „Starbrick“ von Olafur Eliasson. Die Kuppelhalle des Jugendstilflügels ist im Inneren 18 m hoch, nicht aber der Neubau. Bitte versuchen Sie es noch einmal.
Richtig! Die Kunsthalle Mannheim liegt am Friedrichsplatz, dem schönsten Platz der Stadt. Im Zusammenspiel mit dem historischen Bauensemble erfährt dieser urbane Mittelpunkt durch den zeitgemäßen Neubau der Kunsthalle eine würdevolle Ergänzung. Mit einer Höhe von 21,50 m fügt sich der Neubau in die Bestandsbebauung des Friedrichsplatzes ein: Während die östlich angrenzenden Wohnhäuser 27 m hoch sind, liegt der Dachfirst des westlich angrenzenden Maritim Hotels auf 30 m Höhe.
Wie viel Stahl wurde im Neubau der Kunsthalle Mannheim verbaut?
7.300 Tonnen
4.700 Tonnen
2.000 Tonnen
Robert Delaunays „Fenster zur Stadt“ (1910-14) gehört zu den Lieblingsbildern der Kunsthallen-Besucher. Kubistisch zersplittert löst der französische Maler die dicht gedrängte Pariser Dachlandschaft, die vor seinem Fenster liegt, in einem farbigen Flimmern voller Licht und Transparenz auf. Am oberen Bildrand erhebt sich in violett und rot die Silhouette des Eiffelturms in den Himmel. 7.300 Tonnen Stahl wurden Ende des 19. Jahrhunderts für seinen Bau benötigt, nicht aber für die Kunsthalle Mannheim. Bitte versuchen Sie es noch einmal.
2,3 Millionen Menschen wohnen und arbeiten in der Metropolregion Rhein-Neckar. Verschiedenste Verkehrsadern erschließen diesen kulturreichen Wirtschaftsraum und verbinden Landstriche und urbane Zentren. Zwischen den Schwesterstädten Mannheim und Ludwigshafen gibt es drei Rheinquerungen. Die Kurt-Schumacher-Brücke ist die jüngste Querung und wurde 1972 erbaut. 4.700 Tonnen Stahl sind allein im Fahrbahnträger der Brücke verbaut, nicht aber in der Kunsthalle Mannheim. Bitte versuchen Sie es noch einmal.
Richtig: Im Rohbau der Kunsthalle Mannheim wurden 2.000 Tonnen Stahl verbaut und rund 10.500 Kubikmeter Beton.
Wie groß ist die gesamte Ausstellungsfläche der Kunsthalle Mannheim?
700 qm
5.000 qm
36.000 qm
Architektonisches Herzstück des Neubaus ist das von Tageslicht durchflutete Atrium, um das sich die mehrgeschossigen Ausstellungs-Kuben gruppieren wie die Häuser um einen städtischen Marktplatz. Das Atrium ist ein imposanter Möglichkeitsraum mit 700 qm Grundfläche, von dem aus die Kunsträume im Neubau und Jugendstilflügel erkundet werden können. Bitte versuchen Sie noch einmal zu schätzen, wie große die gesamte Ausstellungsfläche der Kunsthalle Mannheim ist.
Richtig! 5.000 qm groß ist die gesamte Ausstellungsfläche der Kunsthalle Mannheim: darunter sieben großdimensionierte Ausstellungsräume zwischen 250 und 400 qm im Neubau nebst einer Skulpturenterrasse und acht Oberlicht-Galerien und die Räume der Graphischen Sammlung im historischen Jugendstilflügel.
Fünf Kilometer östlich der Kunsthalle Mannheim liegt die SAP-Arena. In ihrer 36.000 qm großen Arenafläche finden neben Sportveranstaltungen wie Eishockey, Handball und Hallenfußball auch große Musikkonzerte statt. Das Schlagzeug in der Sammlung der Kunsthalle Mannheim ist nur 34 cm hoch – und aus weicher Leinwand genäht. Das Miniatur-Drum Kit gehört zu Claes Oldenburgs legendären „Soft Sculptures“, die mit ihrer ausdrucksstarken Weichheit seit einem halben Jahrhundert Museumsbesucher in ihren Bann zieht. Bitte versuchen Sie noch einmal zu schätzen, wie große die gesamte Ausstellungsfläche der Kunsthalle Mannheim ist.
Aus wie vielen Kuben setzt sich der Neubau, die „Stadt in der Stadt“, zusammen?
7
26
144
Richtig! Die Entwurfsidee des Neubaus basiert auf dem Prinzip der „Stadt in der Stadt“ und ist damit eine Hommage an die barocken Quadrate Mannheims. Um das zentrale Tageslichtatrium gruppieren sich sieben wohlproportionierte "Häuser", die der Besucher über Brücken und Stege, Terrassen und Plätze erreicht. Während die schwebend anmutenden Ausstellungsräume volle Konzentration auf Kunst ermöglichen, gewähren die Zwischenräume Ausblicke in die Seitenstraßen und auf den Friedrichsplatz.
Eines der berühmtesten Spielgeräte der 1980er Jahre war der aus beweglichen Kuben zusammengesetzte Zauberwürfel. Ziel war es, die ineinander verdrehten Kuben so zu bewegen, dass möglichst rasch die sechs Außenflächen des Zauberwürfels einheitliche Farben aufwiesen. Aus 26 kleinen Kuben bestand der Zauberwürfel – nicht aber der Neubau der Kunsthalle Mannheim. Bitte versuchen Sie es noch einmal.
Die Innenstadt Mannheims wurde 1607 auf einem rechtwinkeligen Straßenraster geplant. So ergeben sich – umsäumt von Straßen – insgesamt 144 Kuben, urbane Stadträume, die neben Häuserblöcken auch vereinzelt Grünflächen und Marktplätze mit einschließen. Sie alle geben Mannheim den Beinamen „Quadratestadt“. Direkt am östlichen Rand der Quadrate liegt der Friedrichsplatz mit der Kunsthalle Mannheim. Einladend öffnet sich der Neubau zum Stadtraum und verlängert diesen zugleich. Um zu erfahren, aus wie vielen Kuben der Neubau der Kunsthalle Mannheim besteht, versuchen Sie es bitte noch einmal.
Wer hat den Neubau der Kunsthalle Mannheim entworfen?
Hans-Werner und Josephine Hector
von Gerkan, Marg und Partner
Hermann Billing
Der Neubau der Kunsthalle Mannheim wäre ohne Hans-Werner und Josephine Hector nicht zu denken. 50 Millionen Euro spendete das Ehepaar in beispielhafter Großzügigkeit. Hectors sind damit die Hauptmäzene des Neubaus, nicht aber seine Architekten. Bitte versuchen Sie es noch einmal.
Richtig! Im Jahr 2012 nahmen 29 Architekturbüros am internationalen Architekturwettbewerb zum Neubau der Kunsthalle Mannheim teil. Die Architektensozietät von Gerkan, Marg und Partner setzte sich mit ihrem innovativen Entwurf einer „Stadt in der Stadt“ gegen die deutsche und internationale Konkurrenz durch. 1965 gegründet, ist gmp mit über 500 Mitarbeitern an 10 Standorten ein weltweit agierendes Architekturbüro. Bei nationalen und internationalen Wettbewerben erhielt gmp 580 Preise, darunter mehr als 280 Erstplatzierungen sowie zahlreiche Auszeichnungen für beispielhafte Architektur.
1907 feierte Mannheim das 300-jährige Stadtjubiläum. Zu diesem Anlaß eröffnet das vom Karlsruher Jugendstil-Architekt Herrmann Billing entworfene Ausstellungsgebäude, das heute den Jugendstilflügel der Kunsthalle Mannheim bildet. Bewusst hat Billing das Haus in der „zweiten Reihe" an der Moltkestraße liegend erbaut, weil das Grundstück zum Friedrichsplatz und Wasserturm hin für einen Monumentalbau vorgesehen war. Der Erste Weltkrieg verhinderte dessen Ausführung. 2017 entsteht – auf historischem Baugrund – der Neubau der Kunsthalle Mannheim. Um zu erfahren, wer den Entwurf dazu vollendete, versuchen Sie es bitte noch einmal.
Das war richtig!
Richtig wäre
Leider falsch!
Ein Satz mit x, das war wohl nix!
Könnte besser sein!
Das war sehr gut!
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Die Stifterkampagne

Internationaler Wettbewerb
Seit über 100 Jahren weckt die Kunsthalle Mannheim Verständnis und Begeisterung für Kunst. 2017 eröffnet der Neubau am Friedrichsplatz: eine maßgeschneiderte Museumsarchitektur für eine junge Publikumsgeneration und für ein zukunftsweisendes Ausstellungsprogramm. „Wir liegen gut im Budget“, fasst Bauvorstand Dipl.-Ing. Hanno Diehl zufrieden die Situation zusammen. „Die bestehende Finanzierungslücke wollen und werden wir mit vereinten Kräften von vielen Spendern schließen“ bestätigt Dr. Manfred Fuchs, Vorsitzender der Stiftung Kunsthalle Mannheim. Symbol der Stifterkampagne ist die stadtbekannte pinkfarbene Gießkanne.

Diese pinke Gießkanne füllt sich stetig mit vielen großen und kleinen (Geld-)Tropfen, welche die Kunsthalle wieder zu einem in der Bundesrepublik und darüber hinaus vielbeachteten Museum aufblühen lassen. Mit der Gießkannen-Stifterkampagne möchte der Förderkreis Kunsthalle Mannheim viele tausende kleine Spendenbeiträge ab 10 EUR aktivieren. „Mit ihren Spenden sagen Mannheimerinnen und Mannheimer JA zum Aufbruch ihrer Kunsthalle und damit JA zur Zukunft ihrer Stadt – ‚Kunsthalle für alle und Kunsthalle durch alle‘ ist unser gelebtes Motto“ betont der Förderkreis.

Werden Sie Stifter!

Stifter Gießkanne der Kunsthalle Mannheim

Internationaler Wettbewerb

Faktencheck
Am 19. Juli 2012 prämierten 15 renommierte Preisrichter und ein achtköpfiges Beraterteam die besten Entwürfe des internationalen Architektenwettbewerbs zum Neubau der Kunsthalle Mannheim. An dem nicht offenen, anonymen Wettbewerb hatten sich weltweit insgesamt 29 Architekturbüros, darunter Größen des Museumsbaus sowie junge Architektenbüros, beteiligt. Nach zweitägiger, intensiver Beratung wurden drei gleichrangige Preise an Architekten von Gerkan Marg und Partner (gmp), Peter Pütz Architekten und Staab Architekten GmbH vergeben. Zudem würdigte die Jury weitere fünf Entwürfe mit Anerkennungen. Mit den Empfehlungen des Preisgerichts – bestehend aus Architektur- und Musemsexperten, Vertretern der Stiftung und der vier Gemeinderatsfraktionen – trat die Stiftung Kunsthalle Mannheim in Verhandlungen mit den drei Preisträgern, die ihre Entwürfe nochmals überarbeiteten. Am 5. Dezember 2012 fiel endgültig die Entscheidung: Der Neubau der Kunsthalle Mannheim wird von der Architektensozietät gmp - von Gerkan, Marg und Partner in Hamburg gebaut. Das größte deutsche Architekturbüro setzte sich mit einem spektakulären Raumkonzept gegen die deutsche und internationale Konkurrenz durch.

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Kunsthalle Mannheim in einer
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Organisation & Finanzen

Neubau / Faktencheck



1 //
Neubau

2 //
Mitzlaff-Bau
, 1983 (Pfeilergründung durch Bunker, überlappt diesen nur teilweise)

3 //
Kriegsbunker
, 1941 (seit 2000 Sammlungsdepot)

4 //
Athene-Trakt
, 1907 (Anschluss für Museumserweiterung am Friedrichsplatz, seit 1983 im Innern total zerstört)

5 //
Jugendstilbau
, 1907 (hochrangiges Baudenkmal)


Stark vereinfachte Darstellung / Stand Frühjahr 2013 /
© 2014 Jäger und Jäger
Der Neubau von gmp ersetzt den Mitzlaff-Bau und den ehemaligen Tiefbunker. Zur Integration des Jugendstilbaus rekonstruiert und modernisiert gmp nach Vorgaben der Denkmalpflege den im Innern zerstörten Athene-Trakt von 1907. Im Herzen des Neubaus öffnet sich ein 700 qm großes Lichtatrium. Der neue Veranstaltungsbereich wird mit rund 200 qm doppelt so groß sein wie bisher, die Räumlichkeiten für die Kunstvermittlung werden mehr als verdreifacht. Kern des Neubaus sind die Ausstellungsflächen, die um runde 1.300 qm erweitert werden. Die Kunstdepots gewinnen 45% an klimatisiertem Raum und eine komplexe Kunstanlieferzone für den weltweiten Leihverkehr wird erstmals überhaupt installiert. Die Friedrichsplatz-Fassade ist 77 m breit, der Rücksprung von der Straßenkante beträgt weiterhin 13 m. Die Gebäudetiefe zu den Seiten Roon- und Tattersallstraße wächst um zwei Meter. Die neue Kunsthalle fügt sich auch mit ihrer Höhe von 21,50 m in die Bestandsbebauung ein. Die geschlossene Pfosten-Riegel-Fassade im Passivhausstandard erhält massive Stahlbeton-Außenwände mit Wärmedämmung und dreifach Isolierverglasung. Ein hochwertiges Mesh umgibt das Gebäude als offene, transluzente Vorhangfassade.

Organisation & Finanzen

Fragen & Antworten

Fragen & Antworten

Wer baut die neue Kunsthalle?

Bauherr ist die private Stiftung Kunsthalle Mannheim. Die Stadt Mannheim als Eigentümerin des Grundstücks Friedrichsplatz 4 ist Mitgründer der gemeinnützigen Stiftung.

Was kostet der Neubau und wer finanziert ihn?

Das Investitionsvolumen für den Neubau inklusive Architekturwettbewerb beträgt 68,3 Mio Euro. In das Budget fließen Mittel
- der Hector Stiftung II Kunst gGmbH: 50 Mio Euro
- der Stadt Mannheim: 10 Mio Euro
- aus dem Land Baden-Württemberg (Städtebauförderung u.a.)
- aus privaten Zuwendungen der Bürgerschaft und Wirtschaft.

Die 50-Millionen-Euro-Spende

Steht die 50-Millionen-Euro-Spende für andere Projekte zur Verfügung?
- Nein. Die Aufsehen erregende Spende des SAP-Mitbegründers Dr. h.c. Hans-Werner Hector ist an den einstimmigen Grundsatzbeschluss des Gemeinderats vom 26. Mai 2011 zum Neubau am Friedrichsplatz und dem dafür notwendigen Abriss von Tiefbunker und Mitzlaff-Bau gebunden.
- In einem Interview mit dem Mannheimer Morgen bekräftigte Herr Hector im Januar 2014 darüber hinaus öffentlich, dass seine Spende mit keinen Auflagen verbunden ist.

Warum Neubau statt Sanierung?

- Der Neubau ist in der langfristigen Bewertung von Investitions- und Betriebskosten eindeutig die wirtschaftlichste Alternative.
- Das neutrale Ingenieurunternehmen Assmann bewertete 2011 die Baukosten einer Minimalsanierung mit über 30 Mio Euro und eine Generalsanierung inklusive Eingriff in den Rohbau mit ca. 50 Mio Euro, ungeachtet bleibend hoher Energiekosten.
- Assmann konstatierte gravierende Bauschäden, die Überalterung der Gebäude- und Sicherheitstechnik sowie konstruktive und technische Mängel (Durchfeuchtung der Fassaden; kein Museumsklima; Infrastruktur, Kunstanlieferung und Lichtschutz unzureichend; Barrierefreiheit, Brandschutz und Fluchtwege mangelhaft).
- Infolge des unlösbaren statischen Verbunds von Tiefbunker und Mitzlaff-Bau wurden die Sanierungsrisiken als unwägbar eingeschätzt.*
- Darüber hinaus evaluierte Assmann kritisch die Rohbauqualität des Mitzlaff-Baus mit springenden Geschossebenen und partiellen Geschosshöhen von nur 2,50 m. Das Aufschneiden des Rohbaus etwa im Bereich Eingang ist sehr teuer.
- Die Planung des Hintereingangs am Friedrichsplatz erwies sich als städtebauliche Fehleinschätzung. Das trug zum Ruf- und Publikumsverlust der Kunsthalle bei.
- Der durch Sparzwänge zu klein dimensionierte Mitzlaff-Bau erlaubt keinen angemessenen Anschluss an die historische Bebauung des Friedrichsplatzes. Für die Anbindung an den Jugendstilbau der Kunsthalle wurde der unter Denkmalschutz stehende Athene-Trakt im Innern komplett umgebaut.
- Internationale Museumsstandards für Klima, Licht, Sicherheit und Infrastruktur sind im Mitzlaff-Bau nur unzureichend oder gar nicht zu erreichen.
- In der vorhandenen Gebäudestruktur können die notwendigen Ausstellungs-, Depot- und Verkehrsflächen sowie Barrierefreiheit und Serviceräume (Gastronomie, Empfang, Veranstaltung, Kunstvermittlung) nicht geschaffen werden.

[* Der Mitzlaff-Bau steht auf einer Pfeilerkonstruktion, die durch den Bunker gebohrt wurde, und überlappt diesen nur teilweise. Eine Nutzung des Bunkers wurde in den 1980er Jahren als nicht finanzierbar verworfen. 2000 wurde er dennoch zu Ausstellungs- und Depotzwecken ertüchtigt. Doch seit 2008 dringt unkontrollierbar Wasser durch Haarrisse im Kriegsbeton in das Gebäude und gefährdet akut die Kunstbestände. Der Tiefbunker wird vom Baukompetenzzentrum der Stadt Mannheim als nicht sanierungsfähig bewertet.]

Warum kein Neubau vor der Heiliggeistkirche?

Das Flurstück 4922 gehört der Max-Hachenberg-Schule und steht nicht zur Verfügung. Das freie Wiesenstück hat eine Fläche von 1.800 m², während das Planungsgebiet der Kunsthalle 6.500 m² umfasst. Der räumliche Ausgleich müsste durch Stockwerke erfolgen. Nicht annähernd erfüllt wird das Raumprogramm (Wechselausstellungsflächen, Kunstanlieferung im Erdgeschoss). Die Trennung der Ausstellungsflächen zerstört die historische Einheit der Kunsthalle und zersplittert die Sammlungen. Im Museumsbetrieb bedeutet das einen erhöhten Personal-, Finanz- und Logistikaufwand. Wer soll das bezahlen?
Der Mehrgeschosser auf dem Grundstück der Max-Hachenberg-Schule sprengt die städtebaulichen Proportionen innerhalb der historischen Umgebungsbebauung und verschlingt immense Investitionskosten, u.a. für die unterirdische Anbindung. Es steht keine private Spende dafür zur Verfügung. Bereits Architekt Hans Mitzlaff hat in den 1970er Jahren den Alternativ-Bauplatz für die Erweiterung der Kunsthalle geprüft und verworfen.
Ein Neubau auf grüner Wiese lässt die Sanierungsfrage des Mitzlaff-Baus völlig ungelöst. Die Barrierefreiheit für den Jugendstilbau bleibt ein Traum.

Welche Vorteile haben die Bürger vom Neubau?

1. Der Neubau des weltweit tätigen, größten deutschen Architekturbüros stärkt die Baukultur Mannheims und trägt zur Identifikation mit der Stadt und zum weltoffenen Selbstbewusstsein der Bürgerschaft bei.
2. Die neue Kunsthalle wird für die Bedürfnisse und Ansprüche einer jungen Generation der Zukunft gebaut. Sie ermöglicht zeitgemäße Ausstellungs- und Veranstaltungsangebote zu subventionierten Preisen und trägt damit langfristig zu einem erfüllten Leben aller Bevölkerungsschichten bei.
3. Mit dem Neubau kann die Kunsthalle ihren gesellschaftlichen Bildungsauftrag modernisieren und erweitern. Daran partizipieren alle. Nicht vermarktungsfähige Produkte wie Schulpartnerschaften, Behindertenprojekte, Medienkurse, Kindergeburtstage und Veranstaltungsreihen sowie der freie Eintrittstag "Kunsthalle für alle" bereiten auf die Herausforderungen der Zukunft vor.

Wie gehen Neubau und Denkmalensemble zusammen?

Die Qualitätsarchitektur bedeutet einen markanten zeitgenössischen Impuls für Friedrichsplatz sowie Oststadt und Schwetzinger Stadt.
Das sensible Zusammenspiel mit den historischen Nachbargebäuden hat in der Planungsarbeit von gmp höchste Priorität. In zeitloser Zurückhaltung bezieht sich der Neubau in seiner Breite und Höhe sowie dem 13 m tiefen Vorplatz direkt auf den Rosengarten. Mit 21,50 Höhenmetern liegt er deutlich unter der Traufhöhe vom Maritim-Hotel (30 m).
Der Neubau integriert den Jugendstilbau der Kunsthalle. Nach Denkmalschutz-Vorgaben rekonstruiert und modernisiert gmp den im Innern zerstörten Athene-Trakt. Der rund um den Jugendstilbau und auf der Moltkestraße geplante Skulpturenplatz bildet ein Grünflächenpendant zum Friedrichsplatz.

Warum entsteht der Neubau am Friedrichsplatz?

Die Kunsthalle Mannheim hat ihren historischen Sitz am Friedrichsplatz, direkt im urbanen Herzen Mannheims. Hier muss der neue Haupteingang des Hauses dem Publikum klare Orientierung und hohe Wertigkeit bieten.
Die Integration des Jugendstilbaus in das Konzept des Neubaus ist essenzieller Bestandteil der Entwurfsidee und des Museumskonzepts. Der Jugendstilbau wird über den Neubau barrierefrei erschlossen und ist Krönung des Museumsbesuchs.* Damit verfügt die Kunsthalle über ein Alleinstellungsmerkmal von hoher Strahlkraft.
Eine bauliche Trennung und Verlagerung des Neubaus würde nicht nur den Wettbewerbsvorteil, sondern auch die historisch gewachsene Identität und Struktur der Institution zerstören.

[* Der 1907 von Hermann Billing errichtete Jugendstilbau wurde bewusst in der "zweiten Reihe" an der Moltkestraße erbaut, weil das Grundstück zum Friedrichsplatz hin 1913/14 für einen Monumentalbau von Bruno Schmitz vorgesehen war. Doch der Erste Weltkrieg verhinderte dessen Ausführung.]

Welche Vorteile bietet der Neubau der Stadt Mannheim?

Der Neubau ist die wirtschaftlichste Alternative:
- Die 50-Millionen-Euro-Spende des Ehepaars Hector für den vom Gemeinderat beschlossenen Neubau am Friedrichsplatz ist ein Geschenk ohne Auflagen.
- Der Eigenanteil der Stadt am Neubau beträgt 10 Mio Euro. Die Stadt finanziert ihren Eigenanteil am Neubau nicht aus dem laufenden Haushalt, sondern aus Rücklagen aus dem Verkauf ihrer Anteile bei der MVV.
- Der Neubau wird unter energetischen und ökologischen Prämissen realisiert, die langfristig Betriebskosten steuern helfen sowie Barrierefreiheit und Brandschutz auf kostengünstigste Art sichern. Personalressourcen und Betriebsaufwände werden durch die hocheffiziente Infrastruktur optimiert.
- Die Kunsthalle stärkt ihren Eigenfinanzierungsanteil durch Erhöhung der Besucherzahlen und Direkteinnahmen im Museum (Eintritt, Restaurant, Shop).
2. Der Neubau bedeutet Investitionen und Arbeitsplätze:
- Die Stiftung Kunsthalle investiert Millionen in die Realisierung des Neubaus und fördert damit direkt die regionale Bauwirtschaft.
- Das Wirtschaftsunternehmen Kunsthalle ist selbst Arbeitgeber und Auftraggeber. Es beschäftigt externes Personal (u.a. Künstlerförderung) und kauft Güter und Dienstleistungen in der Stadt ein (Strom, Handwerker, Material, kreative Leistungen, Technik-Support, Catering u.v.m.).
3. Die neue Kunsthalle trägt durch Umwegrentabilität zum Wohl der Stadt bei:
- Die neue Kunsthalle als Leuchtturm der Kultur- und Freizeitinfrastruktur lockt Besucher aus der Region und Touristen aus Deutschland und dem umliegenden Ausland an, die Zusatzinvestitionen in Gastronomie, Einzelhandel und Nahverkehr tätigen. Kulturtouristen verlängern ihren Aufenthalt oder reisen sogar gezielt an.
- Angestellte und externe Beschäftigte der Kunsthalle (Ehrenamtliche, Pächter) und der Stiftung (Fachplaner, Bauwirtschaft) wohnen und investieren lokal.

Wer kontrolliert die Architekten?

Die Planung der Architekten wird in erster Linie vom Projektsteuerer im Hinblick auf Qualität und Kosten kontrolliert. Der Projektsteuerer wirkt dabei eng mit dem Bauvorstand zusammen.
Die Kunsthalle als Nutzer evaluiert die Planungsschritte anhand des Nutzungskonzepts unter Mithilfe von Fachberatern. So wird sichergestellt, dass die musealen Anforderungen auch tatsächlich umgesetzt werden.
Darüber hinaus sind weitere korrigierende Instanzen in den Planungsprozess einbezogen, wie z.B. die obere Denkmalschutzbehörde des Regierungspräsidiums Karlsruhe oder der Behindertenbeauftragte der Stadt Mannheim.

Warum ist der Mitzlaff-Bau kein Skulpturenmuseum auf Dauer?

Die Kunsthalle Mannheim ist kein Skulpturenmuseum per se. Sie beherbergt neben Schlüsselwerken von Edouard Manet über Max Beckmann bis Francis Bacon eine bedeutende Sammlung des französischen Impressionismus, des deutschen Expressionismus und der Internationalen Moderne.
Das Einmalige der Sammlungsstruktur ist die Balance von Malerei und Skulptur. Die Chance liegt in einer gleichrangigen Cross-Over-Präsentation der Gattungen und Stile.
Der Mitzlaff-Bau hat nie als Skulpturenmuseum funktioniert, weil 1. seine Statik dieser Funktion völlig widerspricht (Fußbodenheizung!) und 2. auch Skulpturen, insbesondere Holz- und Metallskulpturen, besondere Museumsbedingungen für Klima, Licht und Sicherheit benötigen. Von Anfang an wurde der Mitzlaff-Bau auch für die Präsentation großformatiger Malerei, vor allem nach 1945, genutzt.

Was soll mit dem Neubau erreicht werden?

1. Die Kunsthalle beherbergt eine der renommiertesten Bürgersammlungen der Moderne in Deutschland. Dieser Kunstschatz erhält einen würdigen Rahmen, der ihn schützt und unter optimalen Bedingungen zeigt. Internationale Museumsstandards sichern auch Wechselausstellungen und den Aufbau eines Partnernetzwerks.

Internationale Leihgeber fragen in sogenannten „Facility-Reports“ zahlreiche technische und bauliche Museumsstandards ab. Vor allem Richtwerte für klimatische und sicherheitstechnische Umgebungsbedingungen für Kunst sind Voraussetzung für Leihgaben wie auch für die präventive Konservierung der eigenen Sammlung. Das alles hat sich in den letzten 20 Jahren im internationalen Diskurs stark entwickelt. Der Neubau stellt folgende Klima- und Sicherheitsrichtwerte unter Beachtung der Energieeffizienz her: - Luftfeuchtigkeit um 50-55%, jahreszeitlich bedingter Änderungskorridor von bis zu +/-5%- Temperaturen gleiten zwischen 20°C im Winter und 24°C im Sommer, Vermeidung vertikaler Temperaturschichtungen - sehr geringer, regelbarer Luftwechsel im Raum: ca. 1-fach pro Stunde - Für Sonderbestände gelten je nach Materialbeschaffenheit strengere Klimawerte. - Moderate Klimaänderungen über den Jahresverlauf werden toleriert, wenn Kurzzeit- und Regelschwankungen von Temperatur und Feuchte ausgeschlossen sind. - Modernste Sicherheitstechnologie bei der Überfall-, Einbruch- und Brandmeldeanlage, Videoüberwachung, Einzelobjektsicherung und Sicherheitsverglasung. Die technischen und baulichen Anforderungen an den Neubau sind vertraglich fixiert. Bauprogramm und Raumbuch formulieren die Planungsgrundlagen.

2. Für das "Museum in Bewegung" werden die räumlichen, logistischen und technischen Voraussetzungen geschaffen. Das entspricht den Anforderungen eines an Neuem und Aktuellem interessierten Publikums, d.h. Dynamik im Programm, Vielfalt der Angebote, Weltoffenheit.

"Museum in Bewegung" heißt die Zukunft der Kunsthalle Mannheim. Alleinstellungsmerkmal ist die Integration von Jugendstil und neuer Architektur. Der Besuch der Kunsthalle wird zum bewegenden emotionalen Sinnerlebnis. Dazu trägt die atemberaubende Innenarchitektur von gmp bei (lichtdurchflutetes Atrium, "Stadt in der Stadt", holistische Transparenz der Doppelfassade). Der Friedrichsplatz strömt in das Gebäude hinein und wird selbst zum schönsten Ausstellungsstück. - Effiziente Infrastruktur und modernste Technik sind Voraussetzungen für den flexiblen Museumsbetrieb mit rhythmisch wechselnden Sammlungspräsentationen und parallelen Sonderausstellungen. Die charaktervolle Raumtypologie erlaubt ein vielschichtiges dynamisches Programm in Alt- und Neubau. Besucher aus nah und fern werden zum Wiederkommen animiert.

3. Die Qualitätsarchitektur des Neubaus von gmp wertet das städtische Umfeld auf, stärkt das gute Image Mannheims und erhöht die touristische Attraktivität.

Die Kunsthalle wertet das städtische Umfeld qualitativ auf. Stadtbild, Baukultur, Wirtschaft und Bildungslandschaft profitieren vom Neubau. Der zeitgenössische Architekturakzent stärkt und profiliert Mannheims schönstes Stadtquartier und das innerstädtische Freizeit-, Gastronomie- und Einzelhandelsangebot. Die Kunsthalle als niveauvolle Bildungsstätte und Ort ästhetischen Genusses wird zum Magnet für Einheimische und Kulturtouristen.
- Gastronomie (Restaurant, Cafeteria und Bar für verschiedene Ansprüche), Museumsshop und verschieden dimensionierte Veranstaltungsbereiche (Veranstaltungssaal 199 Plätze, Alte Bibliothek 50 Plätze, Atrium für Großveranstaltungen) tragen zur Belebung des Friedrichsplatzes und zur überregionalen Strahlkraft Mannheims bei.
- Intensivierte dauerhafte Berichterstattung richtet die überregionale Aufmerksamkeit auf Mannheim. Die Themen Kultur, Architektur und Nachhaltigkeit kommen der Stadtmarke zu Gute: Weg von der „Industrie-, Chemie- und Autostadt“ hin zur lebenswerten, kreativen Stadt. Positive Außenwirkung erhöht die Attraktivität der Stadt, auch für Unternehmen, die hier investieren wollen und qualifiziertes Führungs- und Nachwuchspersonal anziehen. Kaufkraft und Strukturwandel werden gestärkt.

Wer ist für das Baubudget verantwortlich?

Die Steuerung des Baubudgets liegt in der vertraglich fixierten Verantwortung von Projektsteuerer und Generalplaner.
Der Vorstand verantwortet gegenüber dem Stiftungsrat das Budget.
Die kostenrelevanten Entscheidungen zum Neubau fällt der Stiftungsrat.

Wie wird verhindert, dass die Baukosten explodieren?

Wir verhindern eine Explosion der Baukosten durch
- ein zweifaches, voneinander unabhängiges, laufendes Kostencontrolling auf der Grundlage eines gewerkeweise gegliederten Budgetplans
- ein straffes Projektmanagement in der Interaktion von Bauvorstand, Projektsteuerer und Generalplaner
- sach- und termingerechte Entscheidungen des Bauherrn
- die strikte Einhaltung des Terminplans.

Stimmt es, dass der Abriss teurer wird als geplant?

Nein. Der Abriss von Mitzlaff-Bau und Tiefbunker ist mit insgesamt rund 2 Mio Euro budgetiert. Darin nicht enthalten sind Nebenkosten wie die Planung der Abrissstatik und Entsorgungslogistik.
Ein Großteil davon wird durch die Städtebauförderung des Landes Baden-Württemberg gedeckt.
Die Förderrichtlinien des Landes machten einen Gemeindratsbeschluss zur Erhöhung des Eigenanteils der Stadt Mannheim notwendig, um die Städtebauförderung in voller Höhe abrufen zu können.

Wie wird die Öffentlichkeit informiert?

Die Öffentlichkeit wird je nach Prozessfortschritt regelmäßig über die Medien und die Website der Kunsthalle Mannheim informiert.
Die Kommunikation mit den Anwohnern geschieht turnusmäßig schriftlich.