Kunsthalle Mannheim / 4,5 TB

Aus 1.000 Ordnern werden 4,5 Terabyte // 70 laufende Meter, 1.000 Einzelakten mit rund 370.000 Bilddateien oder 4,5 Terabyte ‒ die historischen Akten der Kunsthalle Mannheim von 1909 bis 1983 liegen jetzt nicht mehr nur analog, sondern auch digital vor. Von Januar 2013 bis Dezember 2014 hat das Stadtarchiv Mannheim – Institut für Stadtgeschichte (ISG) die Künstlerbriefe, Bildpostkarten und wichtige Dokumente in mühsamer Handarbeit vollständig digitalisiert. Am 11.12.2014, konnte Herr Dr. Ulrich Nieß, Leiter des Stadtarchivs, der Direktorin der Kunsthalle Mannheim, Dr. Ulrike Lorenz, die digitalisierten Akten in Form einer handlichen Festplatte übergeben.
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Die äußere Form der Archivakten erwies sich als äußerst vielfältig. Zahlreiche Formate sowie unterschiedliche Papier- und Bindungsarten ließen den Arbeitsaufwand steigen. Die Bearbeitung einer Akte beanspruchte ein bis vier Stunden. Die digitalen Dokumente, die insgesamt ein Datenvolumen von 4,5 Terabyte haben, wurden im Archivformat tif für den Langzeiterhalt gespeichert und zusätzlich in pdf-Form den Mitarbeitern der Kunsthalle Mannheim zur Verfügung gestellt.
Möglich wurde dies durch die Zuwendung von knapp 250.000 Euro der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des bundesdeutschen Pilotprojekts „Digitalisierung archivischer Unterlagen“, an dem das Stadtarchiv Mannheim als einziges Kommunalarchiv neben sechs weiteren Institutionen im gesamten Bundesgebiet beteiligt ist. Dr. Ulrich Nieß, Leiter des Stadtarchivs, unterstrich deshalb die Pionierleistung: „Das erfolgreiche Projekt zeigt, wie sich digital vernetzende Verwaltungs- und Kulturorganisationen einen Mehrwert für ihre eigene Arbeit sowie für die Fachöffentlichkeit herstellen können.“
Interessantes lässt sich allerhand in den Dokumenten finden: Akten über den „Freien Bund zur Einbürgerung der bildenden Kunst in Mannheim“ zum Beispiel, den 1911 der erste Direktor der Kunsthalle, Fritz Wichert, gegründet hat, oder der erhaltene Schriftwechsel der Kunsthallendirektion mit zahlreichen nationalen und internationalen Künstlern, wie Wassily Kandinsky, Edvard Munch oder dem in der Pfalz wirkenden Max Slevogt. „Die Vollständigkeit des Altaktenarchivs der Mannheimer Kunsthalle im Vergleich zur Überlieferung anderer deutscher Museen ist einzigartig, da selbst der Zweite Weltkrieg kaum zu Lücken geführt hat“, sagt Dörte Kaufmann, Projektleiterin im Stadtarchiv für die Digitalisierung der Kunsthallen-Bestände.

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