Architektur / Jugendstilbau / Olafur Eliassons Starbrick

Starbrick

Starbrick // Seit der Wiedereröffnung des Jugendstilbaus im Herbst 2013 werden Besucher der Kunsthalle Mannheim in der Kuppelhalle von Olafur Eliassons „Starbrick“ (2009) begrüßt. Die modulare Lichtinstallation reagiert sensibel auf die Situation in der Kunsthalle Mannheim. Sie wurde von Olafur Eiasson zusammen mit Zumtobel entwickelt und vom Künstler selbst für die Kuppelhalle arrangiert. Die historischen Begebenheiten der imposanten Eingangshalle von Hermann Billing kommen durch die organische Zusammenstellung der geometrischen Grundform und der resultierenden Schichtung des Lichts zu ihrer vollen Entfaltung.
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Insbesondere die für den Jugendstil charakteristische Betonung von Linie und Form wird auf subtile Weise aufgegriffen und findet eine zeitgemäße Entsprechung. Alt und neu werden hier, im Eingangsbereich des Museums, zusammengeführt, auch im markanten Wechselspiel von Eliassons „Starbrick“ mit Constantin Brancusis „Großem Fisch“ (1930) – einem Herzstück der Sammlung der Kunsthalle Mannheim. Licht, Raum und Betrachter greifen eng ineinander.
Das Lichtobjekt besteht aus 35 sternförmigen Lichtmodulen. Jedes Einzelne besitzt die Grundstruktur eines Würfels, an dessen Seiten im Winkel von 45 Gad andere Würfel angebracht sind. Dadurch entstehen drei Arten von Räumen: die feste Struktur des Moduls selbst, der negative Raum im Inneren des Moduls in der Form eines kubischen Oktaeders und die polyedrischen Formen, die sich zwischen den zusammengesetzten Modulen ergeben.
Treffend formuliert Eliasson, welche grundsätzlichen Fragen die für die Kunsthalle entwickelte Akkumulation und Positionierung des „Starbrick“ stellt: „Wie definiert Licht den Raum? Wie beeinflusst es die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen? Licht erschließt undefinierte Räume und fordert uns heraus, unser Empfinden neu zu kalibrieren. Es besitzt eine besondere Ausdruckskraft: Durch seine Vergänglichkeit ruft es individuelle Gefühle und Geschichten hervor, die oftmals einen sozialen Kontext haben.“
Beim Durchqueren der Kuppelhalle ergeben sich für die Besucher ständig neue Perspektiven auf die komplexe Geometrie der Lichtinstallation. Sie können das Spiel des „Starbrick“ mit Lichtmodulation und Raum betrachten. Auf diese Weise knüpft die Lichtinstallation auch an den Leitgedanken der Kunsthalle an: Museum in Bewegung

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