Architektur / Jugendstilbau / Leuchtturm Energieforschung

Leuchtturm Energieforschung // Der Energieverbrauch von Museen ist extrem hoch. Aus konservatorischen Gründen muss das Innenraumklima immer konstant sein. So müssen alle Nutzflächen ständig mechanisch belüftet, beheizt oder gekühlt und be- oder entfeuchtet werden. Ein hoher Energieverbrauch verursacht hohe Kosten. Wie es gelingt, die Betriebskosten deutlich zu senken und gleichzeitig architekturschonend die historische Raumstruktur eines denkmalgeschützten Gebäudes zu erhalten, zeigt das Beispiel der Mannheimer Kunsthalle. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat den innovativen Ansatz des Vorhabens gewürdigt und die Generalsanierung als Leuchtturmprojekt der Energieforschung mit 2,7 Mio Euro gefördert.
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Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) und das Institut für Gebäude und Solartechnik der Universität Braunschweig (IGS)  haben im Vorfeld eine energetische Gebäude- und Anlagenanalyse durchgeführt  und ein Energiekonzept erstellt. Die Herausforderung bestand darin, erstmals in allen Räumen Zu- und Abluftanlagen zu installieren. Trotz des erhöhten Technikbedarfs sollte das Gebäude geschont und der Charakter der historischen Architektur beibehalten werden. Aus Gründen des Denkmalschutzes war eine Dämmung der historischen Außenfassade nicht möglich. Man entschied, die Klimatisierung so weit wie möglich über die Gebäudehülle abzuwickeln. Das Verlegen der Dämmung in den Innenraum brachte eine Vielzahl höchst innovativer Maßnahmen mit sich. Obwohl die klimatisierte Fläche nach der Generalsanierung etwa doppelt so groß ist, lässt sich davon ausgehen, dass die Betriebskosten annähernd konstant gehalten werden können. Im Vergleich zu 2009 lassen sich nach der Sanierung rund 10% der Betriebs-
kosten im Laufe eines Jahres einsparen. Das sind in Summe 21.867 Euro p.a. Im Bereich Energie (Fernwärme und Strom) kann durch die baulichen und anlagentechnischen Maßnahmen 25% Einsparung prognostiziert werden. Als „Leuchtturmprojekt“ nimmt die Kunsthalle eine Vorreiterrolle ein. Aus diesem Grund wird nach Abschluss der Sanierung der Betrieb zwei Jahre lang von Wissenschaftlern messtechnisch begleitet. Die Erkenntnisse aus Mannheim sollen für zukünftige Sanierungsprojekte nutzbar gemacht werden.

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