Aktuelle Ausstellungen / Spur und Geste

Spur und Geste

Graphik des Informel
27.11. 2015
24.01. 2016
Spur und Geste // Spontan, gestisch und gegenstandslos – so ist die westliche Kunst nach 1945 zu umschreiben. Zunächst in Frankreich, aber sehr bald auch schon in Westdeutschland, bildete sich das Informel als ein künstlerischer Gegenpol zur geometrischen Abstraktion. 1951 prägte der Kunstkritiker Michel Tapié in Paris den Begriff art informel, um die verschiedenen abstrakten Strömungen wie Tachismus und Lyrische Abstraktion zusammenzufassen. Mittlerweile gilt der Terminus als Sammelbegriff, unter dem auch Richtungen wie der Abstrakte Expressionismus, L´art brut oder Materialbilder subsummiert werden.
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Gemeinsam ist den Künstlern des Informel, in einer gestisch eruptiven Aktion dynamische Prozesse im Bild anschaulich zu machen. Malakt und Farbe werden selbst zum Thema und in der Form einer Bewegungsspur im Bild festgehalten. Nicht nur der gegenständlichen Form wird eine Absage erteilt, sondern auch der Kontrolle über den Prozess der Bildentstehung. Die Geschwindigkeit des Malvorgangs macht diese konzeptuelle Neuorientierung möglich. Als Ergebnis verwendet K.R.H. Sonderborg den exakten Zeitraum der Bildentstehung als Titel, so dass die auf der Leinwand oder dem Papier festgehaltene Malspur ein reiner Ausdruck von Raum und Zeit wird. Die Ausstellung in den Räumen des Graphischen Kabinetts der Kunsthalle Mannheim zeigt rund 35 Blätter der Protagonisten des deutschen Informel wie WOLS, Bernard Schultze, Emil Schumacher, Hans Hartung, K.R.H. Sonderborg, K.O.Götz, Fred Thieler, Hann Trier und Fritz Winter sowie weitere europäische Vertreter des Informel wie Emilio Vedova, Pierre Soulages oder Antoni Tàpies.
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